Dr. Jekyll und Mr. Hyde

„Zwei Seelen wohnen, ach! …“

„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, ein Werk des britischen Autors Stevenson haben wir in einer Adaptation von David Edgar am 19. und 20. Juni 2009 in Bammental aufgeführt.

Inhalt

Im London des späten 19. Jahrhunderts geschehen eine Reihe mysteriöser Morde. Eine Frau treibt leblos im Fluss. Der Parlaments-Abgeordnete Sir Danvers Carew wird tot aufgefunden. Und von dem Mörder fehlt jede Spur. Schließlich gerät ein Vertrauter und Freund von Dr. Jekyll in Verdacht. Dem Butler Poole ist der merkwürdige Besucher aufgefallen, in dessen Gesicht er das Zeichen des Satans gesehen hat. Er weiht Rechtsanwalt Dr. Utterson ein. Gemeinsam stellen sie Nachforschungen an und stoßen erst ganz zum Schluss auf das unglaubliche Geheimnis…

Inhaltsbeschreibung der Presseankündigung

Die Nacht bricht früh herein an jenem Winternachmittag. Nebel steigen auf. Ein armes Straßenmädchen bietet seine Ware feil, als aus der Dunkelheit eine unheimliche Gestalt auftaucht. Zunächst schöpft sie keinen Verdacht. Doch als sich ihr der unheimliche Mann wortlos nähert, fährt ihr ein Schreck in die Glieder. Sie spürt seinen Atem in ihrem Gesicht. Todesangst lässt sie erstarren. Ein erstickter Schrei entringt sich ihrer Kehle als der Fremde sie unsanft am Arm packt und auf die Knie zwingt … Ein paar Tage später wird auch der bekannte Parlamentsabgeordnete Sir Danvers Carew ermordet aufgefunden. Weitere Morde geschehen. Der unheimliche Mörder macht auch vor einem Geistlichen nicht halt.  In unmittelbarer Nähe der Tatorte wohnt Dr. Jekyll, ein tugendhafter Arzt und Wissenschaftler, der gerne mit den Kindern seiner Schwester spielt. Niemand würde vermuten, dass die Spur des Mörders in sein Haus führt. In das Haus eines Menschen, der sich täglich fragt, wie jemand ohne das Gute in sich überleben kann. Was hat der Doktor mit dem Mörder zu tun? Hält er ihn versteckt? Hält er seine schützende Hand über ihn? Hat sein freundliches Wesen auch eine dunkle Seite? Und warum hat der Doktor Angst vor seinem eigenen Spiegelbild? „Hineinschauen und nichts sehen, das wäre für mich schauderhaft. Nichts weiter zu sein als der Atemhauch auf dem Spiegel.“
Der schottische Autor Robert Louis Stevenson (1850-1894) geht in seiner Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mister Hyde“ dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung auf den Grund und beschreibt das Innenleben eines Psychopathen. Die Erzählung behandelt die Frage, was tugendhafte Menschen dazu bringen kann, sich plötzlich in eine Bestie zu verwandeln? Welche Gewalt und Erniedrigung müssen die Täter selbst erfahren haben, dass sie die bösen Geister nur noch vertreiben können, indem sie selbst Gewalt anwenden? Stevenson zieht in seiner Erzählung immer wieder Parallelen zu Christopher Marlowes „Die tragische Historie vom Doktor Faustus“ und Johann Wolfgang von Goethes „Faust“. Dort heißt es: “ Zwei Seelen wohnen, ach!, … in meiner Brust. Die eine hält in derber Liebeslust, die andere strebt nach göttlicher Reinheit“. Stevenson fragt, was passiert, wenn die böse Seite die Oberhand gewinnt?
Nach Expertenschätzung machen Psychopathen weniger als 5 Prozent der Bevölkerung aus, sie begehen aber mehr als 70 Prozent der schweren Verbrechen. Der Soziologe William McCord beschreibt den Unterschied eines Psychopathen zu einem normalen Kriminellen folgendermaßen: „Das Gesamtbild der Persönlichkeit eines Psychopathen unterscheidet ihn von einem normalen Kriminellen. Er ist aggressiver und impulsiver (…). Sein Mangel an Schuldbewusstsein ist jedoch das ausschlaggebende Unterscheidungsmerkmal. Der normale Kriminelle hat moralische Regeln verinnerlicht (…).“
Stevenson zeigt in seinem Werk die Folgen der Verdrängung nicht gesellschaftskonformer Wünsche auf. Er kritisiert die Konventionen des viktorianischen Zeitalters und warnt vor den Folgen einer enthemmten Menschennatur ohne sittliche und moralische Selbstbeherrschung.

Der Autor

Robert Louis (Balfour) Stevenson wurde am 13. November 1850 in Edinburgh geboren. Bereits mit zwei Jahren wurde der kleine Louis zum Gottesdienst mitgenommen. Dort hörte er die Predigten mit den Geschichten beispielsweise über Kain und Abel oder die Sintflut. Hinzu kamen Schauergeschichten seiner Kinderpflegerin „Cummy“ über die düstere schottische Kirchengeschichte, die den kleinen Jungen erschreckten, aber auch faszinierten. Sein späteres Werk wurde stark von dieser frühkindlichen Erfahrung beeinflusst. 1886 entstand als wichtigstes Werk Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde, eine Schauernovelle, die auf einem authentischen Fall beruht und die sich dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung widmet. Später verließ der an Tuberkulose leidende Stevenson auf ärztlichen Rat Europa und siedelte in die Vereinigten Staaten über. 1888 traf er Mark Twain, dessen Huckleberry Finn ihn begeistert hatte. Es folgten Reisen nach Australien und in die Südsee, wo Stevenson für 400 Pfund eine Plantage erwarb. Stevenson verstarb am 3. Dezember 1894 im Alter von nur 44 Jahren in Vailima, Samoa.

Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde wurde vielfach als Bühnenstück adaptiert. 1991 erschien eine Version von David Edgar, die der britische Journalist, Autor und Stückeschreiber für die Royal Shakespeare Company geschrieben hatte.

Rollen und Darsteller

 Dr. Jekyll  Sebastian Stürzl
 Mr. Hyde  Matthias Windmaier
 Dr. Utterson  Benjamin Grießmann
 Mr. Enfield  Jan Kiefer
 Dr. Lanyon  Karl-Heinz Ziegler
 Annie Loder, Zimmermädchen  Christine Kress
 Poole, ein Butler  Sebastian Oswald
 Lucy  Sandra Flory
 Charles, ihr Bruder  Matthias Nitsch
 Catherine Urquart, ihre Mutter  Cosmea Abraham-Herbold
 Straßenkind  Uta Etz
 Pastor  Pfarrer Zimmermann
   
 Regie   Edith Flory
   

Weitere Mitwirkende

Komposition und
musikalische Begleitung
Karin Neimanns
Souffleuse Christa Zekri
Maske Gudrun Hufnagel, Sigrun
Heinrich, Alisha Nissel,
Sabine Ollram
Technik Andreas Sperling, Henrik Blimke
Bühnenbau Thomas Endruschat
ProgrammheftgestaItung Benjamin Grießmann
Plakatentwurf Christine Kress, Sebastian Oswald
Druck BASPO Bammental
   
… und viele andere  
   

Dankeschön

Für die Unterstützung bei der Vorbereitung zu unserem Theaterstück
bedanken wir uns herzlich bei:

  • Frau Wüst (Kostümschneiderei)
  • Theater am Bahnhof, Dielheim (Bühnenelemente)
  • Goukelkappe (Ausleihe von Kostüme)
  • Merlin (Ausleihe von antiken englischen Möbelstücken)
  • Holzbau Endruschat (Bühnenbau)
  • Tabakwaren Beck (Kartenvorverkauf)
  • Buchhandlung Staiger (Kartenvorverkauf)
  • BSB, Bammental (Kartenvorverkauf)
  • BASPO EUROSPORT (Werbung)

… und allen Freunden und Gönnern, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

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