Die Wirtin

Lustspiel der feinen und tiefen Empfindungen

Die „Wirtin“ war unser Debütstück und wir freuten uns auch anlässlich der „Kraichgauer Theatertage“ vom 26. – 28.10.2001 in Bammental dieses großartige Stück von Peter Turrini präsentieren zu dürfen.

Inhalt

Schauplatz ist eine Locanda (Gasthaus) in Florenz, Mitte des 18. Jahrhunderts. Die temperamentvolle, hübsche Wirtin verteidigt ihre Selbstständigkeit mit den Waffen der Frau gegen vier Herren unterschiedlichster Couleur.
Zwei ihrer Verehrer sind lächerliche Figuren: Der verarmte, ewig schmarotzende Marchese und der materialistische, immer auf seinen Reichtum pochende Graf. Der selbstzufriedene Cavalliere ist hingegen ein fast ebenbürtiger Gegenspieler Männer. Mit List und geheucheltem Verständnis, macht Mirandolina den Frauenfeind schließlich in sich verliebt.
Der Geist der Commedia dell‘ arte schleicht sich durch die weiteren Figuren in das Stück, u.a. durch die beiden abenteuerlustigen, hochstapelnden Schauspielerinnen Ortensia und Dejanira. So entsteht ein Lustspiel der feineren und tieferen Empfindungen.

Der Autor

Peter Turrini wurde am 26. September 1944 als Sohn einer Steirerin und eines italienischen Kunsttischlers geboren. Er wuchs im kärntnerischen Maria Saal auf, wo er seine frühen Gedichte in Gasthäusern vorlas. Seit seinen Anfängen als Dramatiker begleitet ihn das Image eines Skandalautors. Turrini scheut sich jedoch nicht sentimental und pathetisch zu sein, wenn er es dramaturgisch für gerechtfertigt hält. Die Themen seiner dramatischen Werke (Rozznjagd, Sauschlachten, Die Minderleister, Alpenglühn u.v.m.) zentrieren sich um Begriffspaare wie Selbstentfremdung und Vereinsamung, Liebesunfähigkeit und Liebessehnsucht, Vergangenheitsverdrängung und Alltagsfaschismus, Selbsthaß und Fremdenfeindlichkeit, die der „Radikalmoralist“ (Siegfried Löffler) in immer neuen Variationen auf die Bühne bringt. Peter Turrini modernisierte 1973 den Klassiker „Die Wirtin“ nach Goldonis „Mirandolina“, der großen Beifall fand.

ZITAT: „Ich bin ein Mensch, der mit allem, was er sich an Schrecklichkeiten ausgedacht hat, von noch Schrecklicherem eingeholt wurde. Keine meiner Übertreibungen war so maßlos wie die Wirklichkeit.“
Peter Turrini

Kleine Kleiderkunde zum Stück…

„Die Wirtin“ entführt Sie in die Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist die Epoche des Rokoko, des galanten Zeitalters. Man gab sich fein gesittet, benutzte aber dennoch ein sehr deftige und deutliche Sprache. In der Mode herrsche Maßlosigkeit. Man schwelgte in Samt und Seide, in Brokaten, Spitzen, Bordüren, Rüschen und Volants. Solche Schwelgerei war natürlich nur dem Adel vorbehalten. Bürgerliche Personen waren relativ einfach gekleidet. Vielfach unterstanden Sie noch den rigiden Kleiderordnungen der einzelnen Städte. Sie trugen keine Pastell-, sondern gedeckte Farben, hauptsächlich blau und braun.

Rollen und Darsteller

die Wirtin Mirandolina   Andrea Reinert
der Cavaliere von Rippafratta   Andreas Wirtherle
der Graf von Forlinpopoli   Bernhard Neef
der Marchese von Albafiorita   Tom Voigt
der Kellner Fabrizio   Horst Huth
die Schauspielerin Dejanira   Julia Kässinger
die Schauspielerin Ortensia   Nicole Tomschi
ein Polizist   Bernd Schneider
ein Polizist   Sven Gebhard
     
REGIE   Edith Flory
Souffleuse   Helga Zimmermann
Kostüme   Helga Zimmermann, Dorothea Wüst („Die Koralle“, Bruchsal)
Maske   Sabine Ollram, Sigrun Heinrich, Karl (Charly) Hillger
Technik   Robert Schlabs
Musikalische Leitung   Robert Schlabs
Bühnenbildgestaltung:   Edith Flory
Choreografie   June Wagner
Programmheftgestaltung   Edith Flory, Ulrich Flory, Andrea Reinert, Druckerei BASPO Bammental
Portraitfotos der Gruppe   „Der Fotoladen“, Bammental

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